Koman i lé La Réunion? – Studieren im Paradies

Erfahrungsbericht zum ERASMUS-Studium auf La Réunion

Seit nunmehr sechs Wochen bin ich auf der Insel. Meine ersten Eindrücke sind touristischer Natur: Schönstes Wetter, sehr nette Leute, köstliche Küche, superschöne Landschaft, viel zu entdecken…
Und tatsächlich glaubt man sich auch nach sechs Wochen noch im Urlaub, auch wenn es einige viele verwaltungstechnische Angelegenheiten zu Beginn zu regeln gab. Die Stundenplanerstellung erwies sich zudem als nicht ganz so einfach. Umso besser fühlt man sich, wenn man diese Hindernisse überwunden hat. Aber nicht Stress und Unmut überwiegen, im Gegenteil. Mit Ruhe und Gelassenheit  schaut man hier den alltäglichen Aufgaben entgegen. Es ist zu warm um sich aufzuregen, selbst im „hiver australe“ sind 26 Grad keine Seltenheit und nur selten fällt die Temperatur nachts unter 20 Grad.

Die Insel ist wahrlich ein Paradies, landschaftlich gesehen allemal. Eine ausgeprägte Flora und – zumindest was die Unterwasserwelt angeht – Fauna lassen das Herz eines jeden (Meeres-)Biologen höher schlagen. Talkessel und Berge, die an einer Stelle die 3000 Meter übersteigen – und das auf einer Fläche von 2500 km² (etwa so groß wie das Saarland) – laden ein zu ausgiebigen und abwechslungsreichen Wanderungen. Aber auch für Historiker und Kulturwissenschaftler gibt es viel zu erfahren über die reunionesische Geschichte und Gesellschafft. Entdeckt im 17. Jahrhundert kamen (oder vielmehr: wurden gebracht) in den folgenden 2 Jahrhunderten immer mehr Menschen – vor allem Sklaven aus Madagaskar, Südafrika und Indien – zum Arbeiten auf die Insel,  um das europäische Festland mit Gewürzen, Kaffee und später Zuckerrohr zu versorgen. Dieser Umstand ist mit ein Grund für die heterogene Bevölkerung der Insel.

Die Universität, etwa 15 Minuten mit dem Bus vom Stadtzentrum von Saint Denis entfernt gelegen, bietet ein breites Angebot an Kursen, die die kreolische(n) Kultur(en) betreffen. Neben einem Kurs „Cultures des Mascareignes“ und „Environement, histoire et société réunionnaise“ (und vielen weiteren, vor allem im Masterprogramm) wird auch ein Kreolisch-Sprachkurs für ausländische Studierende an der Universität angeboten, der neben den Grundlagen des Kreolischen auch die Entstehung der Sprache und seinen Variationen zum Inhalt hat.
Ausgestattet mit rudimentären Sprachkenntnissen wird die Insel-Erkundung sicherlich noch unvergesslicher.

Fazit: Alles richtig gemacht 🙂

von Benedikt Kramp
(Student der Französischen Kulturwissenschaft und Interkulturellen Kommunikation)

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