Europa im Weltall: Über gelungene europäische Zusammenarbeit, interkulturelle Kommunikation und Berufsperspektiven für Geisteswissenschaftler

Weshalb die Raumfahrt ein Beispiel für gelungene europäische Zusammenarbeit ist – Vortrag von Astronaut Dr. Matthias Maurer und ESA-Pressesprecher Bernhard L. von Weyhe über „Europäische Zusammenarbeit und interkulturelle Kommunikation in der Raumfahrt“

Europa ist, wenn man so will, in einer Beziehungskrise. Der momentane Diskurs in Europa ist geprägt von gegenseitigen Schuldzuweisungen und Misstrauen, von Vorwürfen und Zerwürfnissen, von Kommunikationsschwierigkeiten und nationalistischem Getöse, an den Rändern der EU knirscht es. Auch die politischen Institutionen der EU stehen immer wieder in der Kritik, weil es Ihnen nicht ausreichend gelingt, die erfolgreiche und über Jahrzehnte stabile und friedenssichernde Zusammenarbeit in Europa mit der notwendigen Transparenz und für alle verständlich zu vermitteln.

Parabelflug 11Ein Musterbeispiel für gelungene europäische Zusammenarbeit und Verständigung ist dagegen in einem europäischen Tätigkeitsfeld zu finden, das in der öffentlichen Wahrnehmung eher mit (Zukunfts-)Technik als mit Kommunikation gleichgesetzt wird: in der Raumfahrt. In diesem Bereich, der auf absolute Zuverlässigkeit nicht nur der hochsensiblen Geräte, sondern auch der Menschen, die sie bedienen, angewiesen ist, sind eine funktionierende Kommunikation auch in der Fremdsprache, Teamgeist, interkulturelle Verständigung und gegenseitiges Vertrauen unabdingbar. Astronauten müssen also neben dem technischen Knowhow und der körperlichen Fitness auch noch weitere soziale, sprachliche und kulturelle Kompetenzen mitbringen. Der aus dem Saarland stammende Astronaut Dr. Matthias Maurer wird am Tag der offenen Tür auf Einladung des Bereichs Interkulturelle Kommunikation sowie des Europa-Kollegs CEUS von seinen Erfahrungen und den Anforderungen an seinen Beruf in einem multikulturellen und multilingualen Team berichten und die funktionierende europäische Zusammenarbeit vorstellen.

M.Maurer-Orion-Modell-Airbus-DS-BremenDoch nicht nur Astronauten profitieren von diesen besonderen Kompetenzen. Neben dem Flug ins All bietet die Raumfahrt natürlich noch weitere Berufsperspektiven, nicht zuletzt für Geisteswissenschaftler. Die Europäische Raumfahrtbehörde benötigt wie andere Institutionen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Aktivitäten koordinieren, organisieren, rechtlich absichern und nach außen vermitteln, was die Raumfahrt im Dienste der Bürgerinnen und Bürger Europas, ihrer Umwelt, ihres Zusammenlebens und ihrer Zukunft leistet. Dabei ist auch Fachwissen über die europäische Geschichte, politische Zusammenhänge in Europa oder auch ökologische Fragen über Grenzen hinweg gefragt.

Die Bereiche Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation und Forschungsmanagement, Recht, Sprachausbildung etc. können daher interessante Berufschancen für Geisteswissenschaftler eröffnen. Diese gesellschaftlichen und berufsorientierten Aspekte der Raumfahrt, die der Europa-Schwerpunkt der Universität des Saarlandes mit seiner ausgewiesenen europabezogenen Expertise in den Geistes- und Humanwissenschaften bedient, wird der ESA-Pressesprecher Bernhard von Weyhe, der an der UdS Interkulturelle Kommunikation, Politikwissenschaften und Anglistik (?) studierte, im Rahmen der Veranstaltung näher vorstellen.

Info:

Dr. Matthias Maurer/Bernhard von Weyhe (ESA):

„Europäische Zusammenarbeit und interkulturelle Kommunikation in der Raumfahrt“

24. Juni 2017, 13.30 Uhr, Campus B3 1, Hörsaal II

Kontakt:

Jun.-Prof. Dr. Christoph Vatter (Interkulturelle Kommunikation) /Anne Rennig (Europa-Kolleg CEUS)

Tel. 302 3666 / 302 4041

c.vatter@mx.uni-saarland.de / ceus@uni-saarland.de

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